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Sexuelle Belästigung

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NEIN heißt NEIN: Enttabuisierung durch Information und Solidarität

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Flyer "NEIN heißt NEIN" - Sexuelle Belästigung
Enttabuisierung durch Information und Unterstützung (pdf)

Was ist sexuelle Belästigung?

"Sexuelle Belästigung beginnt dort, wo signalisierte Grenzen überschritten werden"

Sexuelle Belästigung ist jedes sexuell belegte Verhalten, das von den Betroffenen nicht erwünscht und von ihnen als beleidigend und abwertend empfunden wird. Sie kann sich in Worten, Gesten und Handlungen ausdrücken, durch ausfallende Bemerkungen über Aussehen oder Privatleben, Erzählen anzüglicher Witze, Zeigen von pornographischen Darstellungen, taxierende Blicke, unerwünschte Berührungen und Annäherungsversuche bis hin zu strafrechtlich relevanten Tatbeständen wie Stalking, sexueller Nötigung und Vergewaltigung. Insofern es stets ein einseitiges Verhalten ist, das von den Betroffenen als entwürdigend erlebt wird, unterscheidet es sich grundlegend von Flirts oder Komplimenten.

Sexuelle Belästigungen werden von den Betroffenen als beleidigend oder gar erniedrigend empfunden und führen häufig zu Stresssituationen, zu Verunsicherungen, Ängsten, Depressionen und psychosomatischen Beschwerden, Studien- und Leistungsversagen.

Da sexuelle Belästigung weniger eine Frage der Sexualität als der Macht ist, bilden hier auch Universitäten keine Ausnahme, denn häufig werden bereits bestehende Abhängigkeitsverhältnisse ausgenutzt. Diese Erfahrung machen Betroffene im Hochschulbereich besonders dann, wenn sie Grenzverletzungen offen ansprechen oder sich Annäherungsversuchen widersetzen. Bisweilen werden Belohnungen bei sexuellem Entgegenkommen versprochen oder negative Auswirkungen im Falle einer Verweigerung angedroht, beispielsweise Nachteile bei Prüfungen und Benotung, berufliche Nachteile bei Stellenbesetzungen oder Beförderungen.

Wie können Sie sich zur Wehr setzen? 

Aus Angst, als prüde, empfindlich oder humorlos zu gelten, negieren oder verdrängen viele Frauen sexuelle Gewalt gegen sich oder andere. Ein Ignorieren des Übergriffs ist die üblichste aber zugleich uneffektivste Umgangsweise mit sexueller Belästigung und wird überdies häufig als Zustimmung gewertet. Auch schlagfertige oder scherzhafte Entgegnungen sind ebenso wenig erfolgreich wie scheinbare Anpassung an das Verhalten des Belästigers durch plumpe Erwiderungen. Schaffen Sie so bald wie möglich mit deutlichen Worten klare Verhältnisse und machen Sie sich bewusst, dass Sie kein Einzelfall sind und auch nicht die Schuldige.

Ignorieren und verdrängen Sie sexuelle Belästigungen deshalb nicht, sondern setzen Sie sich zur Wehr:

  • Schaffen Sie klare Verhältnisse und signalisieren Sie, dass dieses Verhalten unerwünscht ist.
  • Dokumentieren Sie sexuelle Belästigung schriftlich.
  • Sprechen Sie mit Menschen Ihres Vertrauens und auch mit der zuständigen Beratungsstelle über diese negativen Erlebnisse.

Beratungsstellen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität und Studierende

Alle Ihre Angaben werden vertraulich behandelt. Ohne Ihre Zustimmung werden keine entsprechenden Maßnahmen unternommen! Welche der möglichen Maßnahmen Sie ergreifen möchten, entscheiden allein Sie selbst. Auf Wunsch ist auch eine anonyme telefonische Beratung möglich.

Verantwortlich für den Inhalt: Frauenbeauftragte