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Prinzessin Therese von Bayern

Therese von BayernDie Namenspatronin: Prinzessin Therese von Bayern (1850-1925)


Die Stiftung verdankt ihren Namen einer gelehrten Frau, deren Persönlichkeit und wissenschaftliche Leistungen zu Unrecht bislang keine Spuren in den Annalen der bayerischen Geschichtsschreibung hinterlassen haben: Prinzessin Therese von Bayern, einzige Tochter (neben drei Söhnen) der toskanischen Prinzessin Auguste und des Prinzregenten Luitpold, eine über Fächergrenzen hinweg vielseitig interessierte Gelehrte, Forschungsreisende, Schriftstellerin und Mäzenin.

Auf ihren ebenso abenteuerlichen wie strapaziösen Exkursionen in Europa und Amerika richtete sie ihre Aufmerksamkeit sowohl auf anthropologische, ethnologische und archäologische als auch auf botanische und zoologische Phänomene. Ihrer Sammeltätigkeit verdanken die bayerischen naturwissenschaftlichen Museen wertvolle Schätze, vor allem das Münchener Völkerkundemuseum, dem sie über 2500 Objekte nord- und südamerikanischer Indianer vermachte.

Als aktives Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften der Jahrhundertwende, als erstes (und bis heute noch immer einziges) weibliches Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und als erste Frau, der von der Universität München 1897 die Ehrendoktorwürde verliehen wurde, kann sie als beispielgebende Vorreiterin für Frauen in der Wissenschaft gelten.

Mögen die Widerstände gegen ihre wissenschaftliche Tätigkeit auf Grund von Herkunft, Vermögen und Zeitumständen sich in mancherlei Hinsicht von den Schwierigkeiten unterscheiden, die am Beginn des neuen Jahrtausends der akademischen Karriere von Frauen so häufig den Weg verstellen, so verdankt Therese von Bayern ihre Anerkennung als Forscherin dennoch Kräften und Eigenschaften, die für Frauen – heute mehr denn je – Voraussetzung sind für den akademischen Aufstieg: ein unbezähmbarer Wissensdurst, eine ungeteilte Konzentration auf ein als wichtig erkanntes Erkenntnisziel sowie eine klaglose Bereitschaft zum Überwinden jeglicher Strapazen und Behinderungen, die auch ihr - vor allem auf Grund ihrer Doppelexistenz als Forschungsreisende und höfische Repräsentationsfigur - nicht erspart geblieben sind.

Dokumentation: „Ich bleibe ein Wesen eigener Art" Prinzessin Therese von Bayern: Wissenschaftlerin – Forschungsreisende – Mäzenin. Hg. von Hadumod Bußmann & Eva Neukum-Fichtner. München 1997

Hadumod Bußmann: Prinzessin Therese von Bayern (1850-1925). In: München leuchtet für die Wissenschaft. Berühmte Forscher und Gelehrte. Hg. von Ulrike Leutheusser & Heinrich Nöth. München 2007, S. 77-98.

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